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Geschichten und Gedanken -
Bitten eines Kindes -
Fastenzeit
Geschichten und Gedanken
Wollten Sie schon immer einmal Ihre Gedanken zu Papier bringen?
Haben Sie vielleicht schon lange eine von Ihnen verfasste
Geschichte in der Schublade liegen? Nur Mut! An dieser Stelle
möchte ich Ihnen das Wort überlassen.
Ich freue mich ebenso über nachdenkliche und traurige
Geschichten wie über humorvolle und lustige Texte, die hier im
monatlichen Wechsel veröffentlicht werden sollen.
Die Autoren/innen bleiben auf Wunsch anonym, sind mir aber
namentlich bekannt. Die Urheberrechte bleiben ausnahmslos bei
den Verfassern.
Senden Sie mir bitte Ihre Geschichten per E-Mail oder per Post
unter Angabe Ihrer Adresse. Ich behalte mir vor, welche
Veröffentlichungen vorgenommen werden.
Per Post eingesandte Arbeiten werden zurückgeschickt, wenn Sie
mir einen mit Rückporto versehenen Umschlag beigelegt haben.
Bitten eines Kindes
- Verwöhne mich nicht:
Ich weiß wohl, dass ich nicht alles haben kann, wonach ich frage.
Ich will dich nur auf die Probe stellen.
- Kritisiere mich nicht im Beisein anderer,
wenn es vermeidbar ist
Ich werde deinen Worten mehr Beachtung schenken, wenn du leise
und unter vier Augen zu mir sprichst.
- Bleibe im Umgang mit mir standhaft
Ich fühle mich dann sicherer.
- Schenke meinen kleinen Unpässlichkeiten nicht
zuviel Aufmerksamkeit
Sie verschaffen mir manchmal einfach die Zuwendung, die ich
brauche.
- Hindere mich daran, schlechte Angewohnheiten anzunehmen
Ich will mich darauf verlassen, dass du sie schon in
ihren Ansätzen erkennst.
- Sei nicht fassungslos, wenn ich dir Dinge sage
wie "Ich hasse dich!"
Ich hasse nicht dich, sondern deine Macht, meine Pläne zu
durchkreuzen.
- Erspare mir nicht die Folgen meines Tuns
Ich muss auch hin und wieder peinliche Erfahrungen machen.
Halte es aus.
- Nörgle nicht
Wenn du das tust, stelle ich mich taub.
- Mache niemals vorschnelle oder falsche Versprechungen
Wenn du Versprechen brichst, bricht auch mein Vertrauen und
ich fühle mich im Stich gelassen.
- Sei konsequent
Inkonsequenz verunsichert mich, denn ich kann mich nicht
auf das verlassen, was du sagst.
- Lass mich ausreden, wenn ich Fragen stelle.
Wenn du mich unterbrichst, hole ich mir die Informationen
anderswo.
- Nimm meine Ängste ernst
Meine Ängste sind erschreckend wirklich, aber du gibst mir
Halt, wenn du versuchst, sie zu verstehen.
- Tu nicht perfekt und unfehlbar
Der Schock ist groß für mich, wenn ich herausfinde, dass du
es doch nicht bist.
- Es ist nicht unter deiner Würde, dich bei
mir zu entschuldigen
Eine ehrliche Entschuldigung weckt meine Zuneigung zu dir.
- Bitte halte meine Experimente aus, wenn sie nicht gefährlich
oder schädlich sind
Ohne sie kann ich nicht wirklich groß werden.
- Halte Schritt mit meinem Wachstum
Es ist manchmal schwer für dich, mich groß werden zu
sehen. Bitte versuche es.
(aus d. Broschüre "Mein Teddy hat nicht aufgepaßt", LKA Sachsen)
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Fastenzeit
Weihnachten ist vorbei. Hier und da schmücken noch bunte Klebebilder mit
lustigen Engeln die Fensterscheiben und so manch ein Tannenbaum darf auch
nach dem 06. Januar sein warmes Licht in den Wohnzimmern verbreiten.
Doch sobald die Tage merklich länger werden und die Luft einen Hauch von
Frühling mit sich führt, läuft das Leben wieder anders. Die innere Uhr fühlt
das baldige Erwachen der Natur.
Das nächste große Fest, das uns erwartet, ist Ostern. Diese Zeit zwischen
Weihnachten und Ostern hat eine ganz eigene Qualität für mich. Schon längst
hat die Vorweihnachtszeit in meinen Augen ihren Reiz verloren. Jedes Jahr freue
ich mich auf gemütliche Adventsnachmittage, durch Geschäfte bummeln,
um Geschenke auszusuchen oder einfach mit ein paar lieben Menschen gemeinsam
diese Zeit zu genießen.
Doch leider wird es immer hektischer um mich. Eine weihnachtliche Veranstaltung
jagt die nächste und dann kommen noch die selbstauferlegten Verpflichtungen hinzu.
Natürlich möchte ich zu Weihnachten auch ein sauberes und festlich geschmücktes
Heim haben.
Und dann kommt Weihnachten und als ob jemand mit einer Nadel in einen Ballon
sticht, ist bei mir die Luft raus. Ich bin nur noch müde und gestresst.
Anders die folgende Zeit. Gleich nach Karneval beginnt die Fastenzeit. Ich habe
sie noch nie eingehalten, aber sehr interessiert in den letzten Jahren einen
neuen Trend beobachtet. Es wird nicht mehr ausschließlich auf bestimmte
Nahrungsmittel verzichtet, sondern ganz bewusst auf Luxusgüter oder schlechte
Angewohnheiten. Die Vorsätze von Silvester sind vielleicht schon lange vergessen.
Es liegt nun einmal in der menschlichen Natur, dass Wörter wie NIE wieder oder
IMMER eher abschreckend und entmutigend wirken.
Die Fastenzeit beträgt 6 Wochen. Das ist eine überschaubare Zeit mit einem
festen Ziel. Mit Recht kann ich stolz auf mich sein, wenn ich das, was ich mir
vorgenommen habe, durchgehalten habe. Also mache ich mir Gedanken, was für mich
ein echter Verzicht wäre. Bei all den Dingen, die mir so durch den Kopf gehen,
fällt mir etwas auf. Jeder einzelne Verzicht gibt mir gleichzeitig etwas.
Wenn ich mit dem Rauchen aufhöre oder für die Fastenzeit Alkohol und Süßigkeiten
meide, bedankt sich meine Gesundheit. Wenn ich mich entscheide auf das
Fernsehen zu verzichten, habe ich viel mehr Zeit für mich.
Gar nicht mal so einfach, etwas passendes für mich zu finden. Ich habe
tatsächlich lange überlegt und mich entschieden, in der Fastenzeit auf
Bequemlichkeit zu verzichten. Ganz bewusst will ich leben und gezielt in meinen
Tagesablauf Fahrten mit dem Fahrrad statt mit dem Auto, oder Sport treiben statt
auf dem Sofa rumlümmeln, einplanen.
Ich bin gespannt, ob ich es durchhalte.
(Autorin in der Praxis bekannt)
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