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Praxis für naturheilkundliche Psychotherapie (HPG*)
HP Psych. Petra Brünner

Wenn Probleme, Krisen oder Konflikte im Leben entstehen, gibt es auch immer Chancen. Wachstum ist möglich.
Sie können diese Chancen nutzen!

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Larvierte Depression und Psychosomatik

Griechisch psyche = Seele, soma = Körper. Seele und Körper sind untrennbar miteinander verbunden, dass weiß jeder, der sich schon einmal aufgeregt hat und dessen Blutdruck dabei gestiegen ist.

Mittlerweile leidet etwa die Hälfte derer, die hierzulande einen Arzt aufsuchen, unter einer depressiven Störung. Wohlstandsentwicklung und -verwahrlosung, Technisierung, Automation und Entpersönlichung der Arbeit, Lebenshektik, Überforderung, Konkurrenzkampf und nicht zuletzt die Vereinsamung in der Masse wirken sich oft besonders bei sensitiven und gemütsbetonten Menschen seelisch krankmachend aus. Dass eine Depression sich auch nur körperlich ("larviert" / maskiert) ausdrücken kann, ist wenig bekannt. Heutzutage werden allgemein zwar körperliche Erkrankungen toleriert, aber seelische Störungen gelten noch häufig als Makel. ("Ich bin doch nicht verrückt.")

Betroffene sehen sich häufig großem Erwartungsdruck ausgesetzt oder tragen viel Verantwortung. Sie meinen, sich einen depressiven Rückzug schlichtweg nicht leisten zu können. Die Furcht vor sozialem Abstieg bzw. Verlust vor Ansehen ist so zuweilen so groß, dass die seelischen ungelösten Konflikte in körperliche Störungen "abstürzen". (Beispiele für solche Organneurosen: Asthma bronchiale, Bluthochdruck, Magengeschwür, Colitis, Neurodermitis, Morbus Crohn, Rheuma …) Entsprechend ist die angemessene Behandlung die Psychotherapie.

Folgende weitere Symptome können u.a. Hinweise auf eine larvierte Depression sein: Immer wiederkehrende

  • Kopfschmerzen
  • Gelenk-, Muskel- und Nervenschmerzen
  • Herzsymptome
  • Druck- und Beklemmungsgefühle, beengte Atmung
  • Mundtrockenheit, Magenbeschwerden, Verdauungsprobleme
  • Appetitmangel, Gewichtsverlust, aber auch Heißhungerattacken
  • Schlafstörungen, (nächtliche) Schweißausbrüche, morgendliche Tiefs
  • Unterleibsbeschwerden, Fluor, schmerzhafter Harn- und Stuhldrang, Störungen der Sexualfunktion
  • Hör- und Sehstörungen
  • Haarausfall u.v.a.

(Petra Brünner)

Depression - "Die bedürftige Mutter" als Archetypus

Früher, als die Zeiten materiell problematischer und empfängnisverhütende Maßnahmen noch nicht selbstverständlich waren, gab es in vielen Familien zehn Kinder und mehr. Körperliche Arbeit war gefährlich und anstrengend und prägte fast den ganzen Tag. Viel Zeit zum Nachdenken blieb nicht. Nicht zu arbeiten war verwerflich, denn es bedeutete, nichts zum Überleben beizutragen. Ganz anders heute. Die moderne Durchschnittsfamilie ist krankenversichert, hat zwei Kinder, elektrische Haushaltshelfer, Auto und Urlaub. Das materielle Überleben wird in deutlich weniger Tagesstunden als früher gesichert. Was also tun mit der Zeit, die nun übrig ist? Sie genießen? Wenn der innere Richter es nur erlaubte …

Viele Mütter organisieren ihre Zeit so, dass k e i n Raum zum Genießen bleibt. Die Kinder werden tagtäglich gestyled und overdressed zur Schule oder zum Bus gefahren (mehr als 200 Meter Weg sind unzumutbar?), zu Kursen, zusätzlichem Unterricht und anderem Programm. Warum verausgaben sich diese Mütter für ihre Kinder, die sie damit zugleich so sehr verwöhnen, dass beide Seiten immer anspruchsvoller und geradezu lebensunfähig werden?

Genießen darf nicht sein. An dessen Statt: "Die bedürftige Mutter" im Mikrokosmos Haushalt und Kinder. Viele Frauen identifizieren sich über Aussehen und Leistung ihrer Kinder. Kinder, die erfolgreich sind in Schule, Sport und Ballett, werten das immer noch schlechte Image der "Nur-Hausfrau" auf. Der in der Außenwelt wirkende Partner erhält auch heute noch größere Anerkennung und bessere Honorierung.

Hinzu kommt noch der Wunsch nach Anerkennung durch die eigene Mutter. Wie viele Frauen beginnen vor deren Besuch hektisch zu putzen! Das Urteil der eigenen Mutter scheint überaus bedeutungsvoll; oft führen Mutter und Tochter einen unbewussten Konkurrenzkampf. Dahinter steckt der unausgesprochene (und ungewollt an die nächste Generation weitergegebene) Vorwurf: "Ich fühle mich zu kurz gekommen." Nicht erfüllte frühere Bedürfnisse sollen jetzt über eigene Kinder realisiert werden, i.d.R. unter Aufbietung aller Kräfte und häufig genug über die realistischen materiellen Möglichkeiten hinaus. So werden die Kinder oft in Rollen gezwungen, die sie gar nicht wollen, und die eigene Geschichte wiederholt sich.

Die betroffenen Frauen verlieren gleich zweimal. Zum einen wurden die Wünsche und wirklichen Bedürfnisse in der eigenen Kindheit nicht ausreichend erfüllt, zum anderen fehlt nun die Anerkennung durch die eigenen Kinder. Übrig bleiben Frust und das Gefühl, "alles falsch" gemacht zu haben, bis hin zur Depression. (Der Archetypus "Bedürftige Mutter" wird durchaus zuweilen auch bei Vätern beobachtet.)

(Petra Brünner)

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Depression ist keine Laune

Frau M. fühlt sich leer, ausgebrannt, gleichgültig und hoffnungslos. Ein Gefühl der Gefühllosigkeit, antriebs-, schmerz- und trauerlos. Sie kann sich zu nichts aufraffen und fühlt sich wie gelähmt, entscheidungsunfähig. Die Gedanken treten auf der Stelle wie der Hamster im Tretrad, das Grübeln raubt ihr nachts den Schlaf. Quälende innere Unruhe, Ängste und Schuldgefühle machen sich breit. Frau M. fragt sich manchmal, welchen Sinn das alles noch macht.

Der Tag liegt morgens wie ein unüberwindlicher Berg vor mir. - Herr S. fühlt sich körperlich kaputt und fragt sich wovon, der zermürbende Druck macht ihn fertig, schlaf- und appetitlos, hat er in letzter Zeit 5 Kilo abgenommen. Stimmungsmäßig wie versteinert, kann er nicht einmal mehr Traurigkeit empfinden, er empfindet sich als Versager, als Ballast für seine Familie. Immer öfter greift er zum Alkohol, aber die Entspannung ist nur kurz und hilft nicht. Mehr als einmal hat er daran gedacht, aus dem Leben zu gehen.

Depression hat viele Gesichter. Sie verläuft in nicht berechenbaren Schüben und mischt sich oft mit anderen seelischen Problemen wie Ängsten, Zwängen oder Zeiten übermäßiger Hochstimmung. Der innere Druck äußert sich in hektischem Hin und Her, ausweglosem Klagen, in Rückzug, gestörtem Essverhalten, körperlichen Symptomen, Selbstverletzungen oder Suizidgedanken.
Immer gilt: Depression ist keine Laune, die man durch Willenskraft oder "Zusammenreißen" in den Griff bekommen könnte - dies entspräche dem Versuch, ein Auto mit leerem Tank zu fahren.
Körperlich ist während eines depressiven Schubs der Umsatz bestimmter Botenstoffe wie z.B. dem Serotonin gestört. Wir brauchen Serotonin, um positiv in die Welt schauen und um Willenskraft und Antrieb entwickeln zu können. Seelisch besteht vielleicht eine Abhängigkeit, zu hoher Leistungsehrgeiz, falsch verstandene Opferbereitschaft, eine tiefgreifende Resignation, nicht verarbeitete Trauer oder ein anderes ungelöstes Lebensproblem.
Wird Depression professionell psychotherapeutisch und medizinisch behandelt, bestehen meist gute Aussichten auf Besserung.

(Petra Brünner)

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Liebe deinen Nächsten mehr als dich selbst

Da kann jemand kein einziges Konzert entspannt genießen. Er identifiziert sich nämlich immer sowohl mit dem Künstler als auch mit dem Publikum in zweifacher Angst, der Künstler einerseits könnte versagen und das Publikum enttäuschen, oder jener könnte andererseits enttäuscht sein über zu geringen Beifall des Publikums. So hat der Konzertgänger keine eigene Position, sondern befindet sich emotional zwischen sich und den anderen. Auch fühlt er sich fast verantwortlich für das Gelingen des Abends.

Eines der großen Probleme depressiv Betroffener ist, dass die gebenden Eigenschaften allzu überwertig gelebt werden. Das eigene Ich wird derart in den Hintergrund gestellt, dass die jeweiligen anderen nicht nur einen Überwert erhalten, sondern man selbst entsprechend an Selbst-Wert verliert: "Ich bin nichts, ich kann nichts, ich tauge nichts."

Ohne Frage ist es grundsätzlich wichtig und richtig, sich verstehend in andere Menschen einzufühlen, Mitgefühl zu zeigen und zu helfen. Es ist etwas sehr Positives, sich empathisch in andere hineinzuversetzen, ihnen Zuwendung zu schenken oder auch zu verzeihen. Das Zurückstellen des eigenen Ichs kann zwischenmenschlich etwas Großartiges sein und bleibt heute allzu häufig auf der Strecke. Die Folgen lesen wir täglich in der Zeitung.

Aber in der Depression erhält, wie gesagt, das Du Überwert. Man bleibt gleichsam in der Identifikation mit den anderen stecken, verliert die eigene Ich-Stärke und den eigenen Standpunkt und wird zum Echo des Gegenübers. Aus dem "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" wird ein "... mehr als dich selbst". Übergroße Schuldbereitschaft, Lebensängstlichkeit und Verlustangst prägen irgendwann das Verhalten und das Leben, und man wird leicht Opfer rücksichtsloser Menschen.

Depression hat viele Facetten und verläuft in Schüben. Es gibt Mischungen mit anderen seelischen Symptomen, z.B. Ängsten, Zwängen oder auch Phasen von übermäßiger Hochstimmung. Der seelische Überdruck kann sich in hektischem Hin und Her oder in ausweglosem Klagen äußern, in gestörtem Essverhalten oder Selbstverletzungen, aber auch in körperlichen Symptomen oder Suizidgedanken.

Depression ist keine Laune, die man durch Überlegung oder Willenskraft in den Griff bekommt, dazu sitzt der innerseelische Konflikt zu tief. Möglicherweise besteht eine - seelische oder körperliche - Abhängigkeit, oder zu hoher Leistungsehrgeiz, falsch verstandene Opferbereitschaft, eine tiefgreifende Resignation, nicht verarbeitete Trauer oder ein anderes ungelöstes Lebensproblem lassen die Seele nicht gesund werden.

Depression sollte daher professionell psychotherapeutisch und medizinisch behandelt werden, dann bestehen meist gute Aussichten auf Heilung.

(Petra Brünner)

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Aktualisiert am: 09.04.2009